RIDDIM PREMIERE: Listen Runkus x Royal Blu – jusschool.

Runkus & Royal Blu

Following up his release of the invigorating single “myGf” six month  ago, Runkus takes a different approach with his new single “jusschool”, which carries a critical message to the gang and “badman culture in Jamaica.

Recorded at SmartKid Records and produced by Iotosh and Runkus, this song has layered meanings that interlay to make “jusschool” a hard-hitting song of social commentary. The lyrically potent track features Royal Blu and has both artists sharing their views on the social issues of where they come from, be it teenage pregnancy, illiteracy or crime and violence.

“jusschool” is a layered concept as Runkus and Royal Blu make a call to action for Jamaicans to ease off the crime and violence and instead, to seek understanding of Self and life from a higher source. The song “jusschool” promotes selfawareness as well as personal and spiritual development; giving people an avenue to use their knowledge and skills more productively, resulting in a possible reduction of crime. All of this is said over a steady reggae drum bass and dub accents, accentuating the lyrics of “jusschool”.

Nachdem er vor sechs Monaten die erfrischende Single “myGF” veröffentlicht hat, widmet sich Runkus mit seiner Kritik an der Gang- und Badman-Kultur in Jamaika auf seinem neuen Release, “jusschool”, einem ernsteren Thema. Die bei SmartKid Records entstandene Produktion von Iotosh und Runkus ist in seiner vielschichtigen Bedeutung ein schonungsloses Stück Sozialkritik. Gemeinsam mit Royal Blu teilt Runkus seine Meinung zu gesellschaftlichen Problemen wie Teenagerschwangerschaft, Analphabetentum und Kriminalität und Gewalt.

“jusschool” ist ein Call to Action, in dem Runkus und Royal Blu ihre Landsleute auffordern, der Gewalt abzuschwören und sich stattdessen um Erkenntnis ihrer Selbst und des Lebens als Geschenk einer höheren Macht zu bemühen. Der Song wirbt für ein starkes Selbstbewusstsein und für eine persönliche wie spirituelle Weiterentwicklung;er weist anderen den Weg, Wissen und Fähigkeiten produktiv einzusetzen – was letztlich zu einem Rückgang der Gewalt führen möge. Der gut abgehangene Reggae-Riddim mit seinen düsteren Dub-Akzenten unterstreicht das Gesagte eindrucksvoll.

 

RUNKUS x ROYAL BLU – jusschool.

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ARTIKEL AUS RIDDIM 02/16:

Runkus – Das Kind im Manne

Text: Ursula ‚Munchy‘ Münch

Er ist 22. Zehn Jahre jünger als ich. Doch bevor ich meine Verblüffung darüber kundtun kann, relativiert Runkus die Zahlen: „Das Alter ist so trivial. Ich weiß, dass ich viel älter bin.“ – „Wie alt fühlst du dich denn?“ – „201“, schießt es so selbstverständlich aus ihm heraus, dass ich es ihm glatt glauben könnte. Romario Sebastian Anthony Bennett ist kein altkluger Weiser, fühlt sich aber zutiefst mit der Geschichte verbunden. Gebannt höre ich zu, wie er von der Elektrizität der alten Ägypter oder vom römischen Reich erzählt, als wäre er selbst dabei gewesen. Er ist ein Geschichtenerzähler, schreibt keine einzelnen Songs, sondern immer ganze Projekte, „wie Bücher, stets mit Konzept“, inszeniert seine Auftritte wie ein Dramaturg, ohne dramatisch zu wirken, mit kleinen Choreographien für die Background-Sänger, einem Sofa als Requisit oder einem Schauspieler, der sich während „One Good Spliff“ einen eben solchen baut. Dabei strahlt Runkus auch ganz alleine nur mit seiner Gitarre eine riesige Bühnenpräsenz aus.

Runkus

20 Minuten sitzen der Künstler und ich im Nieselregen am Strand in Bull Bay, ohne dass ich aufstehen und ins Trockene gehen möchte, um bloß seine Schilderungen nicht zu unterbrechen. Einerseits kommt mir in keiner Sekunde der Gedanke, dass Runkus tatsächlich erst 22 sein könnte. Andererseits spiegelt sich seine unbändige Faszination für Menschen, Kulturen und Geschichte, in seinen leuchtenden Augen, wie man sie sonst nur bei kleinen Kinder sieht. Seit seiner tatsächlichen Kindheit in Portmore sammelt er Schallplatten, alte Münzen und ausländisches Geld, liest über die Renaissance und ist gerne mal ohne Handy unterwegs, weil er sich nicht „in dieser modernen Generation gefangen“ fühlt. Früher hasste er den Geschichtsunterricht, sich Notizen machen und Daten auswendig lernen zu müssen. Überhaupt war Schule nicht sein Ding. „In der Grundschule langweilte ich mich. Mein Onkel lieferte mich ab, dann kletterte ich durch den Zaun raus, ging nach Hause, schaute Fernsehen und kam erst zurück, kurz bevor ich wieder abgeholt wurde.“ Trotzdem haben ihn seine Wissbegierde und die steten Frage nach dem Warum weit gebracht. Er besuchte das renommierte Kingstoner Campion College, das als High School der Superschlauen gilt. Dort machte Runkus erste Gehversuche als Musiker, performte anfangs noch in weiten Hosen Ami-Rap über Waffen und Mädels im Stil von Lil Wayne. Schon mit fünf Jahren entschied er sich ohne Zutun seiner Mutter Paula oder seines Berühmten Vaters, dem Rasta-Deejay Determine, Dreadlocks zu tragen. Eine spirituelle Lebensweise entwickelte er allerdings erst mit 15. „Meine Lehrerin Frau Manderson hat etwas in mir verändert. Ich war der erste Junge mit Dreadlocks auf der Schule. Als mir mal wieder das Hemd schlampig aus der Hose hing, sagte sie zu mir: ‚Du bist ein Rasta. Du musst dich nach gewissen Maßstäben verhalten. Du kannst dich nicht wie die Baldheads benehmen.‘ Das beeindruckte mich.“ Flow und Melodien blieben gleich, doch die Inhalte änderten sich.

Auf der vom deutschen Oneness-Label produzierten EP „Move In“ singt er in „Kindness“ davon, den Gegner mit Güte statt mit Waffen zu besiegen. Das jazzige „Skintone“ propagiert Selbstliebe und Akzeptanz des eigenen Körpers mit Zeilen wie „Jah hat keinen Fehler gemacht, als er dich erschuf. Also hoffe ich, dass auch du dich in deiner Haut wohlfühlst.“ Seine oft vertrackten, verschachtelten und mit Tempowechseln gesungenen, gedeejayten oder gerappten Lyrics haben es in sich. Er zieht sie groß wie Kinder, entwickelt sie über Monate, spickt sie mit Wortspielen und subtilem Augenzwinkern. Immer wieder entdeckt man neue Bedeutungen, die sich nur durch eine kleine Pause, eine andere Betonung oder Aussprache ergeben. Musikalisch ist Runkus dabei ebenso schwer festzumachen wie sein Alter. Mit seiner Gitarre mutet er oft als Singer/Songwriter an, macht Reggae, Soul, Ska, flowt auf HipHop-Beats oder lässt sich von einer Blues-Gitarre begleiten. Würde man ihn auf einen Stil beschränken, er würde wahrscheinlich wieder durch den Zaun klettern wie damals in der Grundschule. „Für mich muss erst noch ein Genre erfunden werden. Das nennen wir dann ‚Runkus‘.“

jusschool.-Artwork

Artwork by Romario Lynch

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