RIDDIM PREMIERE: Listen Alexx A-Game x Tory Lanez – Double

Alexx A-Game

Deutsch

“Die Inspiration zu diesem Song entstand aus einem Gedankengang und einer Theorie, die ich daraus entwickelte. Um so gut zu sein wie ich es sein will, muss die Arbeit, die ich reinstecke, die Hindernisse übertreffen, die sich mir entgegenstellen. Die Plackerei muss die Schwierigkeiten überwiegen, um über sie hinauszuwachsen. Aus dieser Einsicht entwickelte ich die Idee, dass man das Positive verdoppeln muss, um das Negative zu überschreiben.”
– Alexx A-Game

English

“The inspiration behind the track “Double” came from a thought process I had and a theory I developed from it. For me to be as great as I want to be then I have to put in twice as much work as there are challenges. The grind must out weigh the struggles for me to surpass them. From there I developed the concept of doubling up on everything positive so I can overwrite the negative.”
– Alexx A-Game

ALEXX A-GAME x TORY LANEZ – DOUBLE (prod. Vern Hill)

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ARTIKEL AUS RIDDIM 04/17:

Alexx A-Game – Give Thanks For Life

Text: Ellen Köhlings & Pete Lilly

In Kingston läuft man Artists in allen Lebenslagen über den Weg. Mit Bugle verabredeten wir uns mal an der Supermarktkasse zum Interview, mit Lutan Fyah tauschten wir mitten auf der Straße Nummern aus, als wir gerade den Hipstrip in New Kingston überquerten. Alexx A-Game landete unverhofft in unserem Taxi, weil unser Stammfahrer ihm einen Lift versprochen hatte und sich einen Umweg ersparen wollte. Die Freude war groß. Wir hatten ihn schon mal als Bassist und Sänger von Di Blueprint gesehen, einer echten Muckerband, der es mehr darum ging, das Können der vier Musikhochschul-Absolventen zu demonstrieren als gute Songs für die Nachwelt zu hinterlassen. Immerhin gewannen sie damit 2012 die Battle of the Bands in London, was den Musikern Auftritte in Nord-, Mittel- und Südamerika und damit jede Menge Routine einbrachte. Inzwischen war Alexx solo unterwegs  und froh über jede Erwähnung in der Presse, weshalb ein spontanes Interview noch an Ort und Stelle stattfand.

Er war nach dem Schulabschluss in Martha Brae an der Nordküste zum Studium am Edna Manley College nach Kingston gekommen, zunächst war Bass sein Hauptfach, nach zwei Jahren wechselte er zu Gesang. Zusammen mit Blueprint-Keyboarder Vern Hill produzierte er seine erste Single, den Theme-Song „A-Game Everyday“, ein R&B-Tune, in dem er erstmals seine lyrische Stärke ausspielt, sich und anderen Mut zu machen. Weitere Songs mit ähnlicher thematischer Ausrichtung auf dem nach seinem Debüt betitelten Mixtape spielten mit Dancehall-Elementen und rückten sie in die Nähe von anderen urbanen Spielarten, wie es heute gang und gäbe ist.

Ein Jahr nach dem Taxi-Interview begegneten wir Alexx im Yard von Konshens wieder, diesmal als Teil von Road Life, der Backing Band des Deejays. Alexx hatte seine Solokarriere vorübergehend hintangestellt in der Hoffnung, sich mit der Band auch ohne prominenten Frontmann einen Namen machen zu können. Doch dann ging bei Konshens einiges durcheinander. Dass Masicka sein Camp verließ und öffentlich gegen seinen Fördere wetterte, dass der Produzent K Swiss ihm bei Mojito Mondays vor aller Augen eine Flasche über den Kopf zog oder dass Freund und Kollege Darrio plötzlich eigene Wege ging, wäre noch verkraftbar gewesen. Dass sich sein Bruder Delus im letzten Jahr eine Kugel in den Kopf jagte, nicht mehr. Jedenfalls hatte Konshens wichtigeres zu tun, als sich um das Fortkommen von Road Life zu kümmern.

Wieder ein Jahr später sahen wir Alexx beim Rooftop Dayrave auf dem Dach der Jazz Hut in Downtown Kingston wieder, zu dem Equiknoxx zusammen mit Swing Ting Sound aus Manchester geladen hatten. Während Shokryme und Kemikal aus dem Equiknoxx-Camp hauptsächlich über Mord und Totschlag deejayten, tat Alexx alles, um den Vibe zu drehen. Das gelang ihm so gut, dass die Subwoofer-verliebten Engländer sein „A-Game Everyday“ herunterstrippten und einer Tiefbass-Behandlung unterzogen und ihm anschließend ihr eigenes Label-Debüt in Form von „Braver“ widmeten, auf dem sein sämiger Gesang zu nicht viel mehr als einem jazzigen Rhodes-Piano optimal zur Geltung kommt. Mit dem gewachsenen Selbstbewusstsein, von dem der Tune kündet, repräsentiert Alexx für Dancehall, was Warren G in den 90ern für HipHop war – die sanfte, geschmeidige, mutmachende Stimme in einer düsteren Welt, in der jeder droht unterzugehen, der kein Gangster ist. Lügen gestraft wird diese Behauptung von der Swing Ting-Produktion „Gangsters“, in der Alexx und die Brit-MCs Serocee und Fox zu Mavado- und abgehackten Bläser-Samples den Harten markieren.

Doch eigentlich steht Alexx A-Game für Upliftment, ohne dass er Probleme, Niederlagen und sonstige Hindernisse verschweigt, die sich einem immer wieder in den Weg stellen. Bestes Beispiel dafür ist „I Know“, seine erste Kollaboration mit dem österreichischen Irie Vibrations-Label, auf dem noch in diesem Herbst eine EP von ihm erscheinen wird. Die freshe Kopf-hoch-Hymne, die so eingängig vorgetragen wird, dass man gar nicht anders kann als sie zu verinnerlichen, erinnert daran, dass es auch nach Rückschlägen weitergeht, dass jeder neue Tag neue Möglichkeiten in sich birgt, die es zu nutzen gilt. Das Einsicht ist keinem übertriebenen Optimismus geschuldet, sondern der simplen wie zuweilen schwer umsetzbaren Erkenntnis, dass man dankbar sein muss, am Leben zu sein.

Alexx A-Game

 

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