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      Mavado  
     More True Ghetto Stories  
  Text von Davide Bortot  
  Sicher, Collie Buddz hatte Hits und Major-Kohle. Y'all know Elephant's on Bad Boy. Und auch Busy Signal, Assassin, Kartel sowie Don Corleons neuer Spielkamerad Munga Honourable trugen 2007 ihren Teil dazu bei, die Culture-Brigade vorübergehend aus der Dancehall zu schubsen und damit ein hübsches, an die Frühneunziger angelehntes Szenario zu rewinden. Doch David Constantine Brooks alias Mavado ist die wahre Ikone des Movements, seine kontroverseste Figur und charismatischste Stimme zugleich.

Tunes wie „Gully Side“, „Dreaming“ oder „Dying“ regelten nicht nur jeden Streetdance, sondern bildeten auch die Stützpfeiler eines erstaunlich kohärenten Debütalbums („Gangsta For Life: The Symphony Of David Brooks“), das selbst berufsmäßig gelangweilte Rezensenten kleine Veitstänze vor ihren blankpolierten Powerbooks aufführen ließ. Die New Yorker Hipster-Journaille „The Fader“ etwa hievte den spindeldürren Singjay aus dem Alliance-Lager bereits auf's Cover, als sein Schlüsselritt über Dasecas „Anger Management“-Riddim, „Real McKoy“, noch den klebrigen Geruch pressfrischen PVCs verströmte. Und auch das Hype-freudige HipHop-Volk fand Gefallen an seinem entrückten Ghetto-Gospel – unter anderem ließen Wyclef Jean, Foxy Brown und der geistesverwandte Roc-Rookie Uncle Murda schweres Gerät aus Cassava Piece anliefern.

Der Nate-Dogg-Vergleich, zu dem sich der New Yorker Musikjournalist Rob Kenner in seiner Reggae-Kolumne für das „VIBE“-Magazin hinreißen ließ, hat sich dennoch längst erledigt: Mavado ist keine bloße Hook-Maschine im Stile des ewigen G-Funk-Barden. Vielmehr hat er gemeinsam mit dem Produzententrio Daseca einen völlig neuen Sound zwischen überzeichnetem Rudebwoy-Rah-Rah und knallhartem Realityscan geschaffen. Sein heiserer, vertrippter Yardie-Gesang offenbart gleichzeitig überbordenden Swagger, leidgestählte Ignoranz und kristalline Verletzlichkeit, Melancholie, Hoffnungslosigkeit, Hoffnung – ein Style, der deutlich nachhallt in Tunes wie Bugles „What I'm Gonna Do“, Demarcos „Fallen Soldiers“ oder Busy Signals „These Are The Days“ und die Straßen Kingstons derzeit fest im Griff hat. Ob aus dem Real McKoy tatsächlich eine globale Gallionsfigur erwachsen oder aber der Hype ähnlich schnell wieder abkühlen wird, wie er aufgelodert ist, mag nach wie vor ungewiss sein wie das Wetter im karibischen Spätsommer. Sicher ist jedoch: Mavado hat das Dancehall-Jahr 2007 geprägt wie niemand sonst. Anytime, anywhere.

 
     
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Text von Davide Bortot

Dieser Artikel erschien in RIDDIM 01/08

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